News und Innovationen aus der Chirurgie

02.02.2017

Der unterstützende Einsatz modernster Technologien in der Gesundheitsversorgung bietet ein erstaunliches Potential, eine Revolution in der Chirurgie auszulösen. Die Verbindung zwischen Mensch und Technik steigert das Niveau, die Präzision und die Effizienz in der Medizin.

Virtuelle Realität

Im April 2016 wurde ein chirurgischer Eingriff mittels Virtual-Reality-Kamera an dem Royal London Hospital durchgeführt. Dies eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten, angehenden Medizinern und Chirurgen praktische Einblicke zu liefern und ihnen bereits in der Ausbildung wichtige Fähigkeiten durch eine Stream Operation zu vermitteln.

Chirurgische Robotik

Eine weitere Form unterstützender Technologie stellen chirurgische Roboter dar.
Laut Marktanalyse ist diese Branche im Begriff zu boomen. Bis 2020 sollen sich die Verkäufe von Chirurgie-Robotern bis auf 6,4 Mrd. Dollar verdoppeln. Der Einsatz von chirurgischen Robotern macht bisher unmögliche Operationen möglich. Die Instrumente eines Roboters sind im Gegensatz zur menschlichen Hand wesentlich beweglicher und können in bestimmten Situationen Bewegungen ausführen zu denen der Mensch nicht in der Lage ist. Zudem kann durch die Verwendung solcher Chirurgie-Roboter das Know-how der besten Chirurgen aus aller Welt genutzt werden, da diese nicht physisch anwesend sein müssen, um die Operation durchzuführen.
Erst kürzlich hat Google angekündigt, gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Johnson & Johnson an der Entwicklung eines neuen, innovativen chirurgischen Roboter-Systems zu arbeiten. Das Unternehmen Cambridge Consultants möchte eine neue Generation von Chirurgie-Robotern entwickeln. Die Instrumente ihres Roboters sind so filigran und flexibel, dass die Arbeit mit hochempfindlichem Gewebe möglich wird.
Die Entwickler glauben, dass es später in der Ophthalmologie verwendet werden kann, z.B. bei der Operation des Grauen Stars.
Eine andere neue Entwicklung stammt von der Firma FlexDex. Sie hat einen neuen Kontrollmechanismus für minimal-invasive Werkzeuge eingeführt. Dieser überträgt die Bewegungen vom Handgelenk des Chirurgen auf das Gelenk des Instruments.

3D Druck und Simulationen

Im Dezember 2016 ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten die 3D-Drucktechnologie zum ersten Mal in der klinischen Anwendung zum Einsatz gekommen. Um einen bösartigen Nierentumor zu entfernen, nutzte das Team eine personalisierte 3D-Druckhilfe, welche wertvolle Unterstützung bei der Planung und Organisation dieser komplexen Operation lieferte und das Verfahren letztlich um eine Stunde reduzierte.
Auch in der medizinischen Ausbildung wurde mithilfe von 3D-Druck Erstaunliches erreicht.  Um Ärzten und Schülern eine Alternative zu menschlichen Organen zur Verfügung zu stellen, haben zwei Ärzte an der University of Rochester Medical Centre eine Methode entwickelt, mittels 3D-Druck künstliche Organe zu erzeugen. Diese künstlichen Organe stehen natürlichen Organen beinahe im nichts nach.

Live-Diagnose

Eine wahre Innovation in der Chirurgie ist das intelligente chirurgische Messer, auch iKnife genannt. Der elektrische Strom, welcher durch das Messer fließt und eine entsprechende Hitze erzeugt, verschließt kurze Zeit nach dem Schnitt die Wunde und minimiert somit den Blutverlust. Das iKnife analysiert außerdem mittels eines Massenspektrometers den verdampften Rauch und identifiziert bestimmte Stoffe. Dies bedeutet, es zeigt beispielsweise an, ob das geschnittene Gewebe maligne ist.

Künstliche Intelligenz in der Chirurgie

Deep Learning bringt Maschinen das Denken bei. Eine Kombination aus Chirurgie-Robotern und künstlicher Intelligenz wird der große nächste Schritt in der Medizin sein. Die Idee wird bereits von großen Playern wie IBM Watson oder Google Deepminds Alpha Go verfolgt. Ein Roboter mit künstlicher Intelligenz wird in der Lage sein, Krankheiten zu diagnostizieren, zu bewerten und die bestmöglichste Therapie vorzuschlagen bzw. durchzuführen.
Ob und wann ein solcher Roboter allerdings Einzug in den klinischen Alltag erhält bleibt vorerst offen. Ein steht jedoch fest: Wir blicken in eine spannende Zukunft.